„Urbane Konstruktionen“ sind das immer wiederkehrende Thema des 1965 im sizilianischen Piazza Armerina geborenen Alfonso Mannella, der in Oppenheim lebt. Die Megacitys unserer Welt werden bei ihm zu Ölbildern, Farbradierungen und Fotografiken. Seine großen Gemälde erzählen dabei mit breitem, freien Strich und Lust an starken Farben, aber durchaus auch klassischen malerischen Elementen wie Perspektive oder diffusen Lichtwirkungen vor allem von Mannellas Liebe zu New York. Seine „Grand Army Plaza“ gibt den Blick auf das Straßengewirr frei. Doch hebt der Maler durch tiefes Grün im Vordergrund auch heraus, dass diese Metropole mit Parks nur so prunken kann.

Faszinierend sind jedoch vor allem seine grafischen Arbeiten. Mit Kaltnadel und Flex bringt er die Stadtsituationen mal als Silhouettenspiel, mal als Wucht in Schwarz auf die Druckplatten, setzt im Druckprozess mit Ölfarbenklecksen sparsame, aber wirkungsvolle farbige Akzente auf die oft sehr großen Blätter. Die Stadt lebt, selbst in ihren baulichen Symbolen, wie Mannella bei anderen Serien von Kleinformaten beweist. Dort verschwinden die bekannten Hingucker als fotografierter „Untergrund“ fast hinter seinen Strichlandschaften, sie müssen entdeckt werden. (…)

(Darmstädter Echo, 22.3.2019)

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